Forschungsstand

(Seite 17 bis 73 - Dr. Cordes)

Wettkampfbeobachtung

Bei der Wettkampfbeobachtung lassen sich 3 Bereiche abgrenzen:

Abb. 2 - Maßnahmen und Ziele der Wettkampfsteuerung
Abb. 2 - Maßnahmen und Ziele der Wettkampfsteuerung
  • Wettkampfsteuerung
    • Wettkampfvorbereitung (aus dem Leistungsstand des eigenen Teams und der gegnerischen Mannschaft wird eine Wettkampfstrategie entwickelt)
    • Wettkampflenkung (die unter Trainingsbedingungen gefassten Strategievorgaben sollen im Wettkampf als Taktik angewendet werden)
    • Wettkampfnachbereitung (die gezeigte Leistung nach dem Wettkampf analysieren - erstens unmittelbar danach und zweitens mit Kontinuität und Regelmäßigkeit)
  • Wettkampfdiagnostik
  • Modellbildung des Wettkampfes

Spielbeobachtung

Definition der "Spielbeobachtung" von Wedekind 1979: "... ein(en) Versuch, die im Gegensatz zu anderen Sportarten äußerst vielschichtige, situationsabhängig ständig variierende und damit schwer vorhersagbare Spielsituation möglichst objektiv zu erfassen und zu strukturieren, um daraus mannschafts- und spielerindividuelle Trainingsdaten abzuleiten."

 

Dafür gibt es verschiedene Spielbeobachtungsverfahren:

Abb.3 - Illustration verschiedener Beobachtungsverfahren
Abb.3 - Illustration verschiedener Beobachtungsverfahren

Spielphilosophie, Strategie und Taktik

"Welche Spielphilosophie möchten Sie mit Ihrer Mannschaft verfolgen?" - Eine Frage die man im Fußballgeschäft ständig hört. Doch wissen die Trainer überhaupt was Philosophie, Strategie und Taktik unterscheidet? Dr. Cordes sieht das taktische Verhalten zwischen der Strategie und Spielphilosophie angesiedelt und auch Auswirkungen auf beide Konstrukte hat.

Abb.9 - Haupteigenschaften der Strategie, Taktik und Spielschema
Abb.9 - Haupteigenschaften der Strategie, Taktik und Spielschema

In der Wissenschaft gibt es darüber hinaus drei verschiedene Ansätze des strategischen und taktischen Handelns:

  • handlungstheoretischer Ansatz: beschreibt das Handeln als eine Abfolge von Wahrnehmungen und Analysieren von Situationen, gedanklicher Lösungen der taktischen Situation und schließlich dem motorischen Lösen der taktischen Aufgabe.
  • kybernetisch- spieltheoretischer Ansatz: hier wird angenommen dass ein Spieler an seinem inneren Modell des Geschehens künftige Situationen gedanklich vorweg nimmt und mögliche Entscheidungen mit ihren Folgen durchspielt.
  • Ein dritter Ansatz aus der Neurobiologie geht davon aus, dass strategisch-taktisches Handeln ohne die Berücksichtigung neurobiologischer Prozesse nicht erklärbar ist. Dabei rücken sowohl die Wahrnehmung als auch die Gehirnaktivitäten in den Mittelpunkt.

Egal welche dieser verschiedenen Betrachtungsweisen man für das strategische und taktische Handeln vertritt, zeigen alle, dass das strategische und taktische Verhalten einen sehr komplexen Vorgang beschreibt, bei dem jeweils die Wahrnehmung der Situation im Zentrum des Handeln steht.

Betriebswirtschaftliche Begriffsbetrachtung

Dr. Cordes sieht große Vorteile, Theorien aus anderen wissenschaftlichen Bereichen, in seine Arbeit miteinfließen zu lassen. Es bietet sich viel mehr die Möglichkeit über einen interdisziplinären Austausch Erkenntnisse gebündelt zu übertragen und so erklärungsfähige Theorien zu entwerfen.

Parallelen zwischen Spitzensport und kommerziellen Unternehmen:

(Abb. 10)

  • Mannschaften und Unternehmen sind zur Erreichung eines Zieles zusammengestellt
  • Leistung und Erfolg sind oberstes Ziel
  • Leistung und Erfolg können nur gemeinsam im Team erreicht werden
  • Dauerhafter Erfolg wird nur durch Synergie-Effekte im Team erreicht
  • Permanente Übung und Weiterbildung sind notwendige Bedinungen für Leistung
  • Dauerhafter Erfolg wird nur durch neue, flexible Einstellung auf neue Situationen und den nächsten Gegner erreicht
  • Dauerhafter Erfolg ist gebunden an ein Höchstmaß an Motivation und Kreativität
  • Teams im Spitzenmannschaftssport und in kommerziellen Unternehmen brauchen einen Koordinator, Teamleader, Trainer, Coach, Manager. Je nach Funktion haben sie Aufgaben der strategischen Unternehmensplanung, aber auch der Motivation und Koordination.

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