FC Chelsea - Alles Zufall ? Keineswegs !

Mittwoch, 04.01.2017

Vorwort

Juli 2015 - spontan entschied ich nach Velden zu reisen, um dem FC Schalke eine Woche lang auf die Beine zu blicken. Diese Reise war rückblickend in vielerlei Hinsicht ein Erfolg. Einerseits kam ich erstmals hautnah mit dem Profifußball in Verbindung. Ich verpasste keine Sekunde der Trainingseinheiten, analysierte penibel jeden Ablauf einer Übung, beobachtete die verschiedenen Aufgaben der zahlreichen Assistenztrainer. Das hat mich enorm weiterentwickelt, ich sah den Fußball von einer anderen Seite. Und zum Anderen verzeichnete mein Beitrag am ersten Tag nach der Veröffentlichung über 10.000 Aufrufe. Da stockte beim ersten Hinsehen mein Atem, auch das erlebt man nicht alle Tage.

Juli 2016 - ein Jahr später war von "spontan" keine Spur mehr. Das erste Jahr hatte mich so fasziniert, dass ich schon einige Monate zuvor die nächste Reise plante. Die Enttäuschung über die verpatzte EM in Frankreich, wo ich beim Entscheidungsspiel Österreich gegen Island im "Stade de France" live mit dabei war, war verflogen. Viel größer war die Vorfreude auf das bevorstehende Trainingslager, mit einem internationalen Toptrainer und einem Spitzenclub aus der englischen Premier League. Und das diese Kombination ausgerechnet in Velden gastierte, war wie ein Lotto-Sechser für mich. Da musste ich hin...

Erwartungen

Ex-Schalke Coach André Breitenreiter
Ex-Schalke Coach André Breitenreiter

Im Jahr 2015 lag mein Fokus beim Beobachten der Trainingseinheiten des FC Schalke ganz klar beim Erkennen eines Konzeptes. Wie schaut grundsätzlich die Spielphilosophie des Trainers aus? Mit welchem Übungen vermittelt er seinen Spielern seine Spielidee. Wie lange und intensiv werden bestimmte taktische Übungen trainiert, und wie können die Spieler dieses Konzept auf dem Platz umsetzen? Der mittlerweile entlassene Schalke-Trainer André Breitenreiter hat meiner Meinung nach eine tolle Arbeit geleistet. Das aber auf Schalke die Uhren anders ticken, ist bekannt.

Antonio Conte, FC Chelsea Coach
Antonio Conte, FC Chelsea Coach

Ein Jahr später freute ich mich aus dreierlei Gründen besonders: Erstens, ich konnte direkte Vergleiche zwischen dem deutschen und englischen Team ziehen (Organisation auf und abseits des Platzes). Zweitens, mit dem FC Chelsea gastierte in Velden eine absolute Topmannschaft, gespickt mit einigen Stars des europäischen Fußballs. Und drittens, mit Antonio Conte kam jener italienischer Coach, der erst wenige Wochen zuvor bei der EM in Frankreich für Furore sorgte.

Was zusätzliche Neugierde weckte, war die Tatsache, dass dieses Trainingslager in Kärnten die allerersten Trainingseinheiten des Coaches mit seinem neuen Team waren. Daher konnte man fast davon ausgehen, dass er seinen Spielern gleich zu Beginn sein Konzept, sein System und seine Ideen vermitteln wird....

Alles Zufall ? Keineswegs !

Fünf Monate sind nun vergangen, fünf Monate in dem sich Einiges getan hat. Der FC Chelsea eilt in der Premier League von Sieg zu Sieg, mittlerweile sind es 13 in Folge. Der Erfolgsrun der Londoner beeindruckt, insbesondere mich, da ich einer von ganz wenigen war, die jede taktische Anweisung/Übungseinheit von Conte in Velden beobachtete und analysierte. Und genau deswegen beschäftigt mich heute eine Frage:

Wie passen die von damals taktisch intensiv einstudierten Abläufe zum jetzigen Erfolgslauf?

Terminkalender

Samstag, 16.07.       18:00 Uhr: SK Rapid Wien - FC Chelsea (Allianz Stadion Wien)

Sonntag, 17.07.        Anreise Vormittag

                               Training Nachmittag

Montag, 18.07.         Training Vormittag
                               Training Nachmittag

Dienstag, 19.07.       Training Vormittag
                               Training Nachmittag

Mittwoch 20.07.        Training Vormittag
                               20:00 Uhr: TESTSPIEL: WAC : FC Chelsea (Wörthersee-Stadion Klagenfurt)

Donnerstag 21.07.    Training Vormittag

                               18:00 Uhr: TESTSPIEL: Atus Ferlach : FC Chelsea (Stadion Velden)

Freitag, 22.07.          Training Vormittag

                               Abreise Nachmittag

TOP SECRET, aus gutem Grund...

mein täglicher Blick aufs Spielfeld
mein täglicher Blick aufs Spielfeld

Verstecken und nicht erwischen lassen stand auf der Tagesordnung. Sämtliche Trainingseinheiten waren streng geheim, zumindest sah so der Plan der Chelsea-Security (in Summe ca. 20 Personen) aus. Conte ließ dafür beide Plätze samt umliegenden Gelände mit Transparenten blickdicht zumachen. Es war kein Zuschauen, und für Conte umso wichtiger, kein Filmen oder Fotografieren erlaubt. Und nachdem ich die erste Einheit zwischen Ästen und Sträuchern verfolgte, war auch klar warum. Contes Ziel in Velden: Allen Spielern so schnell wie möglich seine Spielphilosophie näher bringen. Und da geht es beim Positions- und Kombinationsspiel um jeden Zentimeter. Das lässt man sich als Trainer nur ungerne in die Karten blicken.

Die Systemfrage

Contes Aufstellung gegen Rapid Wien
Contes Aufstellung gegen Rapid Wien

Für viele Fans ist die Systemfrage eine ganz entscheidende.

Dementsprechend groß war die Neugierde vor dem 1. Spiel gegen Rapid, viele spekulierten mit Contes in Italien erfolgreich erprobten, und mittlerweile wieder für viele Trainer attraktiven 3-5-2 System. Doch nach dem Eröffnungsspiel im neuen Allianz Stadion und dem danach im Internet herumkursierenden Foto (siehe links) wurden alle Spekulationen vorerst mit einem Schlag beendet. Es war ein, für viele Fans "revolutionäres", 4-2-4 System geworden. Und schon gingen die Diskussionen im Internet (Beispiel) los: Welche Spieler besetzen welche Positionen in diesem System? Was passiert zum Beispiel mit Cesc Fabregas?

 

Contes flexible Positionsveränderungen in der Offensive
Contes flexible Positionsveränderungen in der Offensive

Das Antonio Conte dieses System als Erweiterung/Folge des 3-5-2 Systems installierte, erkannten nur die Wenigsten. Beim Blick auf die ersten beiden Spiele der Squadra Azzurra bei der EM 2016 in Frankreich sieht man Folgendes: 

Gegen Belgien (2:0 Sieg) und Schweden (1:0 Sieg) ließ er laut Papierform sein Team in einem 3-5-2 System auflaufen. Mit Fortdauer der Spiele ergaben sich immer wieder flexible Positionsveränderungen in der Offensive, die dem damals neuen 4-2-4 System von Chelsea schon sehr nahe kamen. Das unterstreicht, dass Conte in der Offensive einen genauen Plan verfolgt, egal welches defensive Grundsystem die Ausgangsbasis dafür bildet.

Das die defensive Grundordnung aber trotzdem maßgeblich für den Erfolg ist, zeigt der FC Chelsea im Moment eindrucksvoll.

Das "System" - ein Wort hinter dem wesentlich mehr steckt

Conte entschied sich, wahrscheinlich schon mehrere Wochen vor Beginn des Trainingslagers in Velden, für das 4-2-4 (4-4-2) System als Ausgangslage für die Vermittlung seiner Spielphilosophie. Erstens, weil grundlegende taktische Positionsspiele im klassischen 4-4-2 wie im Lehrbuch trainiert werden können. Und zweitens, weil, wie oben beschrieben, Contes flexible Positionsveränderungen in der Offensive sich immer wieder mit diesem System kreuzen. Und um dieses System drehten sich 90% aller Trainingsinhalte, sowohl in der Defensive, als auch in der Offensive.

 

Hier zeige ich nun jene Übungsformen, die die Basis aller nachfolgenden Übungen darstellten und gleich zu Beginn des Trainingslagers durchgeführt wurden.

1.1 defensives Positionsspiel

Im Video #1 sieht man Conte mit seinen Defensivspielern. Die defensive 4-er Kette verschob ballorientiert von links nach rechts, musste dabei aber immer auf das Hinausrücken des gegnerischen Stürmers achten. Die 4 Offensivspieler spielten sich den Ball von links nach rechts zu. Conte agierte dabei zwischen den Innenverteidigern, gab ständig Anweisungen und rückte seine Spieler penibel im Raum zurecht.

Das ist quasi die Basisübung zum Erlernen der Raumdeckung, aber extrem wichtig. Egal ob mit 3er- oder 4er-Kette. Conte ließ diese Übungsform 20 Minuten durchlaufen. Genau diese Übung wird im Amateurbereich oftmals unterschätzt, insbesondere von so manchem Spieler. Auch ich baue diese einfache Übung in verschiedensten Variationen und Intensitäten immer wieder in das Training ein. Auch wenn ich weiß, dass diese "fade" Übung von vielen Spielern nicht unbedingt geliebt wird.

1.2 kontrollierter Spielaufbau

Als zweite Übung für die Defensivspieler wählte Conte den kontrollierten Spielaufbau. Vor der 4er-Kette agierten zwei zentrale Mittelfeldspieler. Diese 6 Spieler passten sich nach vorgegebenen Mustern von Conte den Ball ohne Zeit- und Gegnerdruck zu. Übungsdauer erneut ca. 20 Minuten. (im nächsten Video #2 sieht man diese Übung im Hintergrund gleich zu Beginn).

2 Offensivspiel

Zeitgleich zu den Defensivspielern zeigte Conte, der immer wieder zwischen den beide Gruppen hin und her wechselte, der Offensivabteilung rund um Diego Costa verschiedene Spielzüge.

Im Video #2 (Offensivspiel 1) sieht man Contes Lieblingsübung (weil in jedem Training in irgendeiner Art und Weise vorkommend). Zuvor lässt die 4er-Kette den Ball einmal hin und her zirkulieren, dann erfolgt vom offensiven Außenbahnspieler das scharfe und flache Zuspiel ins Zentrum zu Diego Costa. Der lässt zum umlaufenden Sturmpartner (im Training zumeist Michy Batshuayi) kurz in den zumeist für den Gegner schwer zu deckenden Rückraum prallen. Batshuayi wechselt sofort per Direktpass die Seite, wo Willian von rechts den Ball wieder scharf ins Zentrum bringt und ein Torabschluss erfolgt.

Video #3 (Offensivspiel 2) zeigt "gezwungenermaßen" eine Variation zur Grundübung. Willian passt von rechts ins Zentrum, wo die beiden Stürmer kurze Abstimmungsprobleme haben. Daher lösen sie die Situation intuitiv anders als von Conte vorgegeben und kommen durchs Zentrum direkt zum Abschluss ohne den anderen Außenbahnspieler einzubinden. Aber genau das will Conte sehen. Er gibt grundsätzliche Muster vor, lässt seinen Spielern aber trotzdem individuelle Freiräume!

Zu dieser Variation kamen noch ca. 5 bis 6 weitere dazu. Video #4 (Offensivspiel 3) zeigt eine davon. Grundsätzlich kann positiv angesprochen werden, Conte würde am liebsten überall gleichzeitig auf dem Platz sein. Er spricht unglaublich viel mit den Spielern, ist immer präsent. Da konnte der Ex-Schalke Coach Breitenreiter in keiner Weise mithalten. Der gab seinen Assistenztrainern mehr Verantwortung und war während einer Übung eher der stille Beobachter.

Spielform - Kombination aus Defensiv- und Offensivtraining

Am nächsten Tag ließ Conte 11 gegen 11 spielen. Die Zielsetzung lautete, die am Tag zuvor einstudierten Abläufe in Defensive und Offensive mit einander zu verbinden! Beide Teams waren im 4-2-4 (4-4-2) System aufgestellt. Die 4-er Kette plus die beiden zentralen Mittelfeldspieler waren für den kontrollierten Spielaufbau verantwortlich. Sie mussten zuerst mindestens 10 Pässe in Folge spielen, nach dem Muster das am Vortag trainiert wurde. Der Co-Trainer zählte lautstark jeden Pass mit, der 11. Pass war der Startschuss für die Offensivaktion: Der Ball muss zuerst immer zu einem Außenspieler gelangen. Wobei zwischen zwei Varianten unterschieden wird:

1) Wird der Ball flach und scharf nach außen zum Mittelfeldspieler gespielt, bleibt der dahinter positionierte Außenverteidiger in der Defensive.

2) Kommt der Ball hoch nach außen, ist dies das Zeichen für den Außenverteidiger zum Hinterlaufen.

Danach folgen die Offensivvarianten, die oben teilweise beschrieben wurden.

Spielform 11 gegen 11
Spielform 11 gegen 11

In der ersten Phase ließ er beide Mannschaften ohne Gegner durch den Platz kombinieren. Von ganz hinten bis zum Torabschluss. Danach mit teilaktiven Gegenspielern, schlussendlich im freien Spiel unter Druck. Diese Art und Weise Trainingseinheiten aufzubauen ist ein Musterbeispiel dafür, wie eine perfekte Trainingsplanung aussieht.

Die Umsetzung vom Training in das Spiel

Keine 24 Stunden später stand das Testspiel gegen den Wolfsberger AC auf dem Programm. Eines kann vorweg genommen werden, es war kein Fußball-Leckerbissen. Aber man konnte bereits trotz der völlig neuen Spielphilosophie von Conte das Bemühen der Spieler erkennen, möglichst viel von dem Training umzusetzen. Das Video #5 zeigt dies eindrucksvoll. Bereits in der 4. Spielminute gelang genau jene Aktion, die man zuvor in verschiedensten Variationen trainierte. Gleich nach dem Pass nach links zu Victor Moses, der übrigens die ganze Woche der mit Abstand auffälligste Spieler war, blickte ich zu Conte. Der gestikulierte wild Richtung Bank, nach dem Motto "Schaut her, genau das möchte ich sehen!". Völlig egal was Chelsea in weiterer Folge "zusammenspielte", ich war glücklich, denn genau auf diesen Moment hatte ich gewartet.

Genau dieses kleine Beispiel zeigt, wie akribische Arbeit vom Training in das Spiel transportiert werden kann. Es geht um Automatismen, die bis ins kleinste Detail erarbeitet wurden. Und kommt nun zu diesen Automatismen hohe individuelle Qualität dazu, siehe am Beispiel Diego Costa oder Eden Hazard, wird man nur schwer zu stoppen sein.

Automatismen vor System

Chelsea mit 13 Siegen in Folge!
Chelsea mit 13 Siegen in Folge!

Bei genauerem Blick auf den bisherigen Saisonverlauf fällt eines sofort auf: Nach der 0:3 Pleite gegen Arsenal und für Chelsea enttäuschenden dritten Partie in Folge ohne Sieg, änderte Conte sein System von 4-1-4-1 auf 3-4-2-1. Viele Medien und Fans sprachen von Contes radikalem Umbruch während der laufenden Meisterschaft, einem notwendigen Schritt um die erste kleine Krise zu stoppen.

Das durch die Umstellung insbesondere die Defensive mehr Kompaktheit aufweist, steht außer Frage. Aber damit alleine gewinnst du noch keine Spiele. Conte hat es geschafft seinen Spielern seine Philosophie zu vermitteln, sich Spielmuster und Automatismen anzueignen.

Ein Beispiel dafür, warum ein anderes System "zum Glück" keine erlernten Automatismen verdrängt, sieht man im folgenden Video #6.

Das 1:0 von Willian beim schlussendlichen 2:0 Erfolg gegen Hull City zeigt ansatzweise genau jenes Muster, das in diesem Beitrag beschrieben wurde: Willian bekommt halb rechts im zentralen Mittelfeld den Ball, passt zum immer zentral positionierten Costa und läuft von Außen nach Innen in hohem Tempo ein. Durch diesen Laufweg weiß Costa genau was zu tun ist, er möchte den Ball, genauso wie im Training einstudiert, zu Willian prallen lassen. Mit etwas Glück prallt der Ball vom Gegenspieler zu Costa zurück, Willian läuft aber trotzdem auf Links durch, und erzielt im Anschluss per Traumschuss das 1:0!!

Der automatisierte Ablauf in den Köpfen von Costa+Willian war hier der Startschuss für dieses Traumtor. Während beim 4-1-4-1 System der Pass und das Einlaufen ins Zentrum quasi von der Outlinie erfolgte, startete Willian aufgrund seiner zentraleren Ausrichtung im 3-4-2-1 System die Aktion etwas mehr aus der Mitte heraus. Im Endeffekt spielte das System keine entscheidende Rolle, der Automatismus funktionierte.

Abseits des Platzes

Goran Lucic und Slobodan Grubor
Goran Lucic und Slobodan Grubor

Durch die nicht öffentlichen Trainingseinheiten konnte man die wirklich interessierten Zaungäste quasi auf einer Hand abzählen. Slobodan Grubor (rechts im Bild) ehemaliger WAC-, Lustenau- und FC Kärnten-Trainer beobachtete gemeinsam mit Goran Lucic (WAC-AKA-Trainer) einige Trainingseinheiten.

Für mich aber überraschend, dass nicht mehr aktive Trainer Interesse an Antonio Conte hatten. So oft wird man ihn in Österreich nicht bewundern können, und schon gar nicht wenn er seiner Mannschaft wichtige taktische Inhalte vermittelt.

Contes Taxifahrt im Maserati
Contes Taxifahrt im Maserati

Der Transport vom Schlosshotel zur Veldener Sportanlage war nicht für alle Personen gleich. Während alle Spieler mit einem Bus chauffiert wurden, gab es für die Coaches einen Transport der besonderen Art. Der FC Chelsea ließ dafür extra einen Fahrer im Maserati von Wien anreisen. Dieser stand dem Verein für alle Fahrten rund um die Uhr zur Verfügung. Genutzt hat diese Möglichkeit sicherlich auch Roman Abramowitsch, der einmal beim Training seinem Team auf die Beine schaute.

Die Spieler beim Streching nach dem Training
Die Spieler beim Streching nach dem Training

Die Intensität der Trainingseinheiten war sehr gering. Dadurch bedingt, dass Conte das Augenmerk auf den taktischen Bereich legte. Auf der Sportanlage selbst absolvierten sie nur 1x intensivere Tempoläufe. Da mussten sie in 2 Durchgängen je 15 x 100 m in 20 Sekunden laufen. Dazwischen gab es jeweils 15 Sekunden Pause. Kräftigungsübungen gab es auf dem Platz keine, diese wurden im Fitnessraum des Hotels gemacht.

Diego Costa
Diego Costa

Diego Costa, der aktuelle Topscorer der Premier League, war neben John Terry der Blickpunkt in Velden. Immer mit hoch aufgekrempelter Hose und Trikot, viel er auf dem Platz nicht sonderlich auf. Er arbeitet ruhig, stellt sich auch wie hier im Bild ersichtlich, manchmal einige Meter abseits des Teams um ein paar Augenblicke für sich zu haben. Der beste und eifrigste Spieler im Training ist er mit Sicherheit nicht, aber sein momentaner Erfolg gibt ihm absolut Recht. Derjenige, der mir am positivsten auffiel, war Victor Moses. Der konnte sich in fast jeder Aktion gegen seine direkten Gegenspieler durchsetzen, war bereits zu diesem Zeitpunkt physisch enorm stark.

3 Tormänner beim Tormanntraining
3 Tormänner beim Tormanntraining

Ab und zu beobachtete ich auch das Tormanntraining auf dem 2. Spielfeld. Zwei Trainer beschäftigten 3 Tormänner. Courtois war noch nicht dabei, deshalb war Asmir Begovic die Nr. 1 während des Trainingslagers.

"Top Secret" - alle Plätze wurden verriegelt
"Top Secret" - alle Plätze wurden verriegelt

Was zum Thema "Top Secret" noch ergänzend berichtet werden kann: Ursprünglich waren nur 4 englische Security Mitarbeiter vor Ort. Nachdem sich aber gleich beim 1. Training einige Fans im Wald verschanzten, engagierte der FC Chelsea kurzfristig zwei österreichische Security Firmen, die zusätzlich mit 16 Mann anrückten. Doch diese hatten rechtlich keine Möglichkeit uns vom fremden Grundstück im Wald fernzuhalten. Das ging sogar soweit, dass Conte angeblich sagte, er breche das Trainingslager ab, würden nicht sofort alle Fans vom Wald verschwinden. Schlussendlich arrangierten sich Fans und Security irgendwie miteinander.

Mein Fazit

Während des Sommer-Trainingslagers in Velden intensiv trainiert, einige Monate später im Oktober erfolgreich beim 1:0 Treffer gegen Hull City umgesetzt. Dazwischen liegen hunderte Trainingseinheiten, viele taktische Besprechungen und Analysen, viele neue Spielmuster und Ideen von Conte. Und trotzdem sieht man anhand dieses einfachen Beispiels klare Zusammenhänge zwischen dem was trainiert wurde, und zwischen dem was Chelsea im Moment abliefert. Neben diesem gezeigten Muster gibt es noch dutzende mehr. Und das ist für mich als Beobachter einfach schön mit anzusehen. Es zeigt und bestätigt mir, dass jede Trainingseinheit penibel geplant werden muss, und man als Trainer Alles lenken kann! Auch im Amateurbereich. Aber ohne Aufwand, Hingabe und Herz für diesen Sport wird es nicht funktionieren! Gott sei Dank, ansonsten wäre es nichts Besonders mehr...

* NEWS *

FC Chelsea | Velden

Mi, 04. Jänner 2017

Interview | Schalke

Do, 16. Juli 2015

FC Schalke | Velden

Mo, 13. Juli 2015

Kevin Kampl - Sprintmaschine

Mo, 02. Februar 2015

Martin Hinteregger

So, 21. September 2014

Strategieentwicklung

Fr, 11. Juli 2014

Guardiola vs Ancelotti

Mi, 23. April 2014

RB Salzburg | DOHA

So, 16. März 2014

FC Bayern | DOHA

Do, 09. Jänner 2014